Marine Technik Schule Parow

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Sanitäter74
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Marine Technik Schule Parow

Beitrag von Sanitäter74 » Sa Nov 24, 2018 8:59 pm

Moin Freunde ,Dieses Jahr war ich einmal in einer ehemaligen Dienstelle der Volksmarine in Parow
Die Dienststelle wurde nach der Wende von der Deutschen Marine übernommen als Marine Technik Schule.
Zum Tag der offenen Tür besuchte ich dieses Jahr einmal dem Stützpunkt am Strelasund. Nun in all den Jahren hat sich da viel verändert. .Wir einige Marinekameraden und ich durchstreiften einmal das Gelände und die vielen Fachkabinette der Marine Technik Schule in Parow. Mein ganz spezielles Ziel war natürlich das Ausstellungsgelände der Sanitäter. Ich war so etwas von enttäuscht das glaubt mir keiner.Der Infostand war aber so etwas von mager. Ich sprach natürlich meine Verwunderung darüber öffentlich aus. Keine Technik ,keine Med. Container,keine Feldsanitätsausrüstung. unsw. Man sagte mir das ist alles im Einsatz in fernen Ländern. Es war nur ein Sanitätstransportauto vor Ort,dazu noch ein kleiner Infostand.Ich hatte zum Tag der offenen Tür eigentlich mehr erwartet. Wie will man da junge Menschen für die Bundeswehr gewinnen für dem Sanitätsdienst im Heer ?Nun gut so zogen wir 2 Torpedo Schnellbootfahrerr und ich weiter in die Fachkabinette. Da war schon mehr los.Wir hatten da auch gute Ansprechpartner gefunden die uns Auskunft gaben über verschiedene Parameter der Motorenanlage. Im Hafen war dann noch eine Übung " Feuer im Schiff" na ja ein Glück es war eine Übung. Aber ich als Zugführer eines Katastrophenschutzzuges sah das ganze mit anderen Augen als die vielen Besucher zum Tag der offenen Tür. Die Feuerlöschübung war gelinde gesagt eine einzige Katastrophe für sich. Nun schauten wir dem Tauchern im Hafen zu nach der Übung.Nicht weit davon war die Feldküche und da stärkten wir uns erst einmal. Ich merkte gleich das war nicht frisch zubereitet. Es war Büchsenware heißgemacht. Nun wird sich der ein oder andere Fragen wo her ich das bemerkte.In meiner Zeit als Sani mussten wir dem Verpflegungssatz für die Truppe auch absegnen. Des weiteren die üblichen Küchenkontrollen durchführen auf die Hygienevorschriften.So konnte ich in diesen Bezug auch weiterbilden was mir später zu gute kam Nach meiner Armeezeit war ich bei der ZV und später im Katastrophenschutz tätig wenn auch nur ehrenamtlich Nun ja in meinen Betreuungszug hatten wir 2 Feldküchen und da habe ich meine Köche auch ausgebildet.Ich habe selber noch eine NVA Feldküche die ich bei verschiedenen Events betreibe .Aber nun zurück nach Parow. Das wetter war an diesen Tag nicht sonderlich . Es war von starken Regen betroffen . So sind wir dann nicht bis zum späten Abend geblieben wo noch die Vereidigung der Rekruten stattfand. Nun mal sehen vielleicht ist nächstes Jahr das ganze zum Tag der Offenen Tür in der MTS Parow besser.
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Mit meinen 2 Freunden aus der Volksmarinezeit zum Tag d. O Tür inder MTS Parow
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Mit der jungen Frau vom Sanitätsdienst habe ich gute Gespräche geführt unter Sanitätern.
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Na da konnte ich nicht wiederstehen.Einmal Sani immer Sani
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Wenn ich nicht verliere ,kann der andere nicht siegen. :gruss:

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Sanitäter74
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Re: Marine Technik Schule Parow

Beitrag von Sanitäter74 » Sa Nov 24, 2018 9:08 pm

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Gute Gespräche unter Marinekameraden.
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Brandbekämpfungsübung auf dem Schiff
Wenn ich nicht verliere ,kann der andere nicht siegen. :gruss:

Gtmo77
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Re: Marine Technik Schule Parow

Beitrag von Gtmo77 » So Nov 25, 2018 11:20 am

Die Bundeswehr hat sich ja Dank unserer vortrefflichen Politiker Politikerinnen (er sie es) beinahe selbst abgeschafft. Es ist daher nicht verwunderlich, dass einem bei Tagen der offenen Türen oder ähnlichen Infoveranstaltungen kaum mehr etwas geboten wird. Die Etats sind eng, das Material und auch das Personal fehlt in der Truppe / Flotte. Woher soll es dann bei solchen Veranstaltungen kommen?
Man trifft eigentlich immer noch auf gut motivierte Soldaten, die aber, wenn man mal ein bisschen nachbohrt, auch schon mal ihren Frust nach außen tragen. Die Deutsche Marine zählt in der NATO schon länger nicht mehr zu den Besten. Das war einmal anders, ist aber inzwischen Schnee von gestern. Ein höherer Offizier in Brüssel hat einmal ausgesagt, die deutsche Verteidigungsministerin hat mehr Kinder als einsatzfähige Schiffe. Dafür wurde er abgemahnt.

Man muss es sehen wie es ist. Die Bundeswehr ist ein Schatten ihrer selbst. Das Mehrbesatzungskonzept für die Fregatten der Klasse 125 ist völlig unausgegoren und steht planungsmäßig völlig auf der Kippe. Die wissen nicht woher sie die nehmen sollen. Die Bewerberzahlen mit den entsprechenden Eignungen gehen zurück.

Roland, ob du oder ich in einer gewissen Weise entttäuscht sind ist denen aber auch egal. Wir sind nicht deren Zielgruppe. Wir sind Alteisen die irgendwann mal hier oder dort gedient haben. Man bedient uns freundlich, wenn wir dort auftauchen, aber ansonsten wollen die uns nicht mehr. Du bist Sani in deiner Erinnerung und meine 75.000 Seemeilen liegen auch 40 Jahre achteraus. Man muss sich dessen schon bewusst sein.

Aber mal Hand aufs Herz. Wenn du meine wenigen Beiträge gelesen hast, dann wirst du herausgelesen haben, dass ich mich hier nicht angemeldet habe, um Shantys zu singen oder lustige Seemannsgeschichten zu erzählen. Der Punkt auf den ich hinaus möchte ist der, wie war es denn bei euch?
Spätestens mit Beginn der 80er Jahre gingen bei euch die Lampen stark auf Sparflamme. Die Gründe dafür sind bekannt und das alles mündete dann im Jahr 1989.

Speziell die Volksmarine hatte die größten Probleme mit der Kraftstoffzuteilung, mit der Versorgung von Schmierstoffen und Ersatzteilen. Die Betriebsstunden der Motoren mussten gekürzt werden und die Dockzeiten wurden immer mehr gestreckt. Die Liegezeiten in den Stützpunkten stiegen an und der Einsatzklarzustand der Einheiten sank. Zuletzt hatte die VM schon Probleme den Vorposten im Fehmarnbelt zu besetzen. Auf VP 72 lagen ständig Minensuchboote der VM und meldeten den Schiffs- und Bootsverkehr der Bundesmarine und anderen NATO Einheiten, wenn sie in die Ostsee einliefen. Aufgrund der hohen Geheimhaltungsstufe in der NVA gab es kaum bis keine Besuche in den Stützpunkten. Bis auf ein paar Schülergruppen, die mal ihre Pateneinheit besuchen durften, war da ja auch nichts. Das muss man mal im Kontext dazu sehen.

Ich hatte E-Mail Kontakt mit einem ehemaligen Kommandanten eines Schnellbootes der VM. Die S-Boot Brigaden der VM waren in der 6. Flottille auf Dranske auf der Halbinsel Bug stationiert. Das war weitläufig ein einziges Sperrgebiet. Seine Erlebnisse hat er in dem Buch "Pier 4" niedergeschrieben. Sehr interessantes Buch! Er schrieb mir, dass er vier Wochen ohne Unterbrechung in Bereitschaft auf seinem Boot verbringen musste. Nur einmal konnte seine Frau mit Kaffee und Kuchen an das Haupttor kommen. Seine Frau durfte nicht hinein. Sie haben am Tor diese kurze Zeit verbracht und dabei Kaffee getrunken.

Also beim Blick auf das Heute darf man natürlich auch nicht das Gestern vergessen.

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Re: Marine Technik Schule Parow

Beitrag von Sanitäter74 » So Nov 25, 2018 12:18 pm

Moin Gtmo77, Das ist schon für wahr mit einigen Sachständen.
Aber ganz so schlimm war es nun bei der VM nicht der Einsatzklar zustand bestand zu 90 % Gegen Ende der DDR ja da war das Blatt ganz anders ,da viele nicht ihren Dienst bis zum Ende machten. Und es auch viele NVA sowie Marineangehörigen in die Volkswirtschaft abkommandiert wurden..Das brachte einschneidende Veränderungen bei dem Besetzen der Schiffe.So war es dann nicht verwunderlich das Offizier diese GA Posten übernehmen mussten. Das mit der Halbinsel Bug ist nichts neues das war schon früher Sperrgebiet.Nicht mal ich als Kurier vom Stab Stubbenkammer durfte auf das Gelände der 6. Flottille und die Papiere im Stab übergeben. Am KDL war auch für mich als länger dienender Schluss mit Lustig.Musste da im P3 warten auf die Rückantwort für dem Stab in Stubbenkammer. Nun sei es wie es sei vorbei ist vorbei. Ja und das kleine Büchlein " Pier 4 " steht bei mir auch in der Bücherlast. Weit nach der Wende dachte ich als ich mal wieder in meiner 2 Wahlheimat Altefähr Urlaub machte mit meiner Frau fährst mal zum Bug und schaust das ehemalige Gelände der 6. Flottille an. Nix da immer noch Sperrgebiet. Aber nicht durch die Obliegenheit vom Militär . Nein durch einen privaten Investor.Erst viel später stand mal ein Termin zur Besichtigung des Geländes an durch einen ehemaligen Fregattenkapitän der eine Führung mit Marineangehörigen der 6. Flottille machte und einigen Marinekameraden anderen Einheiten.Es war schon erschreckend wie die Natur innerhalb kurzer Zeit sich das Gelände zurück erobert hatte, Nun ist alles Geschichte die wir aber etwas bewahren sollten. Es ist unserer aller Geschichte egal ob Bundesmarine oder Volksmarine. Es war eine schöne Zeit trotz einiger Entbehrungen. Aber was uns nicht umbringt machte uns härter.
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Alte Slippanlage für die Schnellboote
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Pier 4 total verwildert.
Wenn ich nicht verliere ,kann der andere nicht siegen. :gruss:

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