Schiffstechnik: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“

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Schiffstechnik: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“

Beitrag von Admin » Fr Apr 19, 2019 5:28 pm

Korvettenkapitän Caroline Laabs ist Schiffstechnischer Offizier der Fregatte „Sachsen“. Bei der Marine hat sie ihren Jugendwunsch verwirklicht, sowohl mit Menschen als auch mit Technik zu arbeiten.

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Frau Kap’tän, wann und wie sind Sie zur Bundeswehr beziehungsweise Marine gekommen?

Während meines vorletzten Schuljahres 2002 hatte ich drei Tage in Kiel an einem Truppenbesuch teilgenommen – das bot mir die Möglichkeit, an einer Seefahrt auf dem damaligen Binnenminensuchboot „Frauenlob“ teilzunehmen. Von der Kameradschaft, dem Zusammenhalt und der Freude, die alle Soldaten der Besatzung ausgestrahlt haben, war ich absolut begeistert. Für mich war ab diesem Moment klar, dass ich ein Teil davon werden wollte und es mich dazu aus dem Süden Deutschlands in den „hohen Norden“ verschlagen würde.

Wollten Sie mit Einstieg in die Marine schon immer Schiffstechnikoffizier auf einer Fregatte werden?

Für mich stand immer fest, dass ich eine technische Laufbahn einschlagen möchte. Während meines Praktikums Flotte an Bord des Einsatzgruppenversorgers „Frankfurt am Main“ haben mich die Menschen in der Technik und die Technik selber in meiner Entscheidung bestärkt. Während meines Elektrotechnik-Studiums an der Bundeswehr-Universität in München konnte ich auf der Fregatte „Bayern“ ein weiteres Praktikum absolvieren, was mich für eine Erstverwendung nach dem Studium auf einer Fregatte begeisterte. Schon während dieser Erstverwendung, und durch meine tollen Vorgesetzten, verfestigte sich bei mir der Wunsch, irgendwann mal STO eines Kriegsschiffes zu werden.

„Ich sorge dafür, dass das Schiff aus schiffstechnischer Sicht immer einsatzklar ist“


Welcher Teil der Besatzung untersteht Ihnen und wie gliedert sich dieser Bereich auf?


Mir untersteht der gesamte Hauptabschnitt 200 Schiffstechnik. Der gliedert sich in die drei Teileinheiten Schiffsbetriebstechnik, Elektrotechnik und Antriebstechnik. Das sind zusammen rund 50 Personen von einer 255-köpfigen Besatzung.

Was sind Ihre Aufgaben als STO auf einer Fregatte?


Mein Tätigkeitsfeld ist mannigfaltig. Es beginnt damit, dass ich als Hauptabschnittsleiter meinen Hauptabschnitt in allen Belangen – personell und technisch – vor dem Kommandanten und dem Ersten Offizier vertrete. Ich sorge dafür, dass das Schiff aus schiffstechnischer Sicht für die Seefahrten immer einsatzklar ist.

Dabei spielt es in der Schiffstechnik weniger eine Rolle, ob es sich um eine Tagesseefahrt oder um einen sechsmonatigen Einsatz handelt. Sowohl die Antriebsanlage, die Spannungsversorgung im Schiff oder auch die Sanitäranlagen müssen zu jeder Zeit funktionstüchtig sein.

Darüber hinaus bin ich erste Beraterin für den Kommandanten in schiffstechnische Fragen und Angelegenheiten. Weil das ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet ist, kann ich immer auf mein Team zurückgreifen. Deren Ausbildung und Weiterbildung, Koordinierung der Balance zwischen Wachbelastungen und Freistellungen, Schreiben von Beurteilungen et cetera liegt in meiner Verantwortung. Die Arbeit mit Personal und Technik bereitet mir sehr viel Freude, sie beinhaltet all‘ das, was ich mir von dieser Verwendung erhofft und versprochen habe.

Quelle und weiterlesen: marine.de
Gruß
Admin


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Re: Schiffstechnik: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“

Beitrag von Flottenheizer » Sa Apr 20, 2019 6:51 am

Hmmm, als Korvettenkapitän STO sein, früher war das noch Kaleu.

Die Zeiten ändern sich, hängt wohl auch alles mit der Bezahlung zusammen solcher Posten zusammen.

Auf den 125 er Fregatten ist der LSI Korvettenkapitän und Hauptabschnittsleiter wenn ich mich nicht irre, einen STO wie im Beitrag gibt es von der Bezeichnung her nicht.
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